Portrait

Offenes Feuer und umweltfreundliche, behagliche Wärme
Was macht ein Hafner? Kurzbeschreibung aus der Website der Landesberufsschule Wals-Salzburg: Setzen von Kachelöfen, Elektroöfen und offenen Kaminen, Planen, Gestalten und Berechnen von Öfen, Arbeit mit Kacheln, Schamottesteinen. Dabei erforderliche Eigenschaften sind: Genauigkeit, Ausdauer und Sitzfleisch, räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis, Farb- und Formgefühl.
Klingt gar nicht romantisch, oder?

Wie romantisch finden aber viele Menschen den Anblick eines offenen Feuers und züngelnder Flammen, die wärmende Strahlen aussenden und eine behagliche Atmosphäre schaffen.
Wie genau die Arbeit geregelt ist, dass es quasi für jeden Kachelofen eine Einzelgenehmigung mit Heizleistungsausweis gibt und welche Trends im Ofenbau derzeit den Markt bestimmen, hat uns Mario Spielhofer verraten.
Selbst ein Handwerker der alten, qualitätsorientierten Schule findet er immer mehr KundInnen, die Wert auf individuelle Kamine und Kachelöfen legen. Dabei sind große Sichtfenster auf die offene Flamme, handgemachte Keramik und auch automatisierte Öfen der Renner.
Ein wesentlicher Aspekt im modernen Haushalt ist, dass Kachelöfen aufgrund der verbesserten Wärmedämmung und Energie sparenden Bauweise der Häuser selbst in der kalten Jahreszeit bis zu drei Viertel des Gesamtwärmebedarfs erzeugen können. Dies bedeutet in Zusammenhang mit einer automatischen Heizung, dass der Brennstoffverbrauch deutlich reduziert wird. Bei den heutigen Ölpreisen ist es schon fein, wenn man plötzlich nur mehr ein Viertel des „flüssigen Golds“ verheizt!
700 bis 800 gebaute Öfen und auch die Restaurierung von alten Kachelöfen (z.B.in der Gemeinde Gleisdorf anlässlich des Rathausumbaus) sprechen eine deutliche Sprache: Da ist ein Fachmann am Werk, dessen Leidenschaft für schönes, effizientes und auch romantisches Heizen von seinen Kunden geteilt und honoriert wird.

„Ich mache alles selbst - von der Beratung über die Planung, die Beschaffung der Materialien und das Setzen des Kamins oder Ofens - uns somit habe ich in jeder Phase die Kontrolle über die Qualität der Ausführung. Und die KundInnen haben viele Jahre (Jahrzehnte) ihre Freud‘ mit dem Ergebnis“ , fasst Mario Spielhofer seinen Beruf und seine Leidenschaft noch einmal kurz zusammen.

Auf viele weitere Ofenkunstwerke, Mario, kann man da nur sagen.

(aus: die Oststeirische, Ausgabe Juni 2008)